Skilift Dottingen investiert in die Zukunft

„Dottingen aktiv – Sommer wie Winter“ – so lautet der Titel des Projektes, welches die Skiliftgesellschaft nun nach langwierigen Vorplanungen, vielen Sitzungen und einem entsprechenden Projektantrag auf den Weg gebracht hat. Das Projektvolumen liegt bei knapp über 300.000 EUR, davon werden gut 100.000 EUR mittels LEADER Fördergeldern unterstützt. In einem Realisierungszeitrum bis Ende 2019 werden zwei wesentliche Teilprojekte umgesetzt, der Bau eines neuen Betriebsgebäudes sowie umfangreiche Modernisierungen der bestehenden Liftanlage. Beide Maßnahmen haben zum Ziel, dass der Skiliftbetrieb auf lange Zeit gewährleistet werden kann und die Skiliftgesellschaft nicht mehr nur von der Wintersaison finanziell abhängig ist.

Die Skilift Dottingen GbR betreibt seit über 40 Jahren einen vor allem von jungen, einheimischen Familien besuchten Schlepplift. Durch die klimatischen Veränderungen gingen die Betriebstage in den letzten Jahren zurück, was die Skiliftgesellschaft vor neue Herausforderungen stellt. Ein reiner Winterbetrieb genügt nicht mehr, um einen langfristigen Betrieb der Anlage sicher zu stellen. Auch die warme Jahreshälfte soll künftig für neue Angebote genutzt werden. Darüber hinaus entspricht die bestehende Anlage nicht mehr dem Stand der Technik. Gerade Kinder und Anfänger stellt die Nutzung des Lifts oft vor Probleme. Für die wichtige Zielgruppe „Familien“ fehlt ein entsprechendes Angebot. Eine modernisierte Anlage soll dazu beitragen, an den Betriebstagen der Anlage mehr Gäste in das Skigebiet zu holen.

                                             

Für den Ganzjahresbetrieb fehlt ein zentraler Ausgangspunkt mit Aufenthaltsqualität und sanitären Anlagen, nahe der Liftanlage und dem Parkplatz. Ein Ticketverkauf direkt am Parkplatz ist bisher nicht möglich. Das ist gerade für Eltern, die ihre Kinder zum Skifahren bringen, eine besondere Einschränkung. Auch für die Skischule Münsinger Alb, als ein wichtiger Partner für den Betrieb des Skilifts, fehlen entsprechende Räumlichkeiten. Die Skischule bietet bereits jetzt viele Aktivitäten am Skilift Dottingen an, insbesondere Ski- und Snowboardkurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Skischule bringt viele Einheimische sowie Bürger aus der Region zum Wintersport. Um dieses partnerschaftliche und gewinnbringende Verhältnis aufrecht erhalten zu können, müssen auch neue zeitgemäße Verhältnisse an der Liftanlage geschaffen werden. Es braucht Räumlichkeiten an der Piste für einen Aufenthalt während der Skikurse. Darüber hinaus fehlt es derzeit an Platz, um theoretische Skikursanteile durchführen zu können. Ebenso fehlen adäquate Lagerräume für die Skischule.

 

Gerade auch bei Schneemangel kann die neue Hütte als Ausgangspunkt für Rodelwettbewerbe (z.B. einer „Winterolympiade“), Schneeburgenbau oder Wintergrillen genutzt werden. Auch privaten wie öffentlichen Feierlichkeiten kann die idyllisch gelegene Hütte einen sehr gehaltvollen Rahmen geben.

Die sanitären Anlagen sowie der Pausenraum erlauben kleinen wie großen Gruppen eine ganzjährige Nutzung der Hütte für unterschiedliche Zwecke. So können auch im Sommer Abenteuerwanderungen, Fackelwanderungen oder Grillabende von dort aus durchgeführt werden. Durch die Hütte ist somit auch ein wesentlicher Grundstein für die Sommernutzung der Liftanlage und des Geländes gelegt. Dazu kann die Hütte von den unterschiedlichen örtlichen Vereinen oder Einwohnern auch gemietet werden.

 

In der bei Wanderer und Radfahrer sehr beliebten Gegend rund um den Buchhaltekopf könnte auch eine Ladestation für E-Bikes für eine weitere Bereicherung sorgen. Einen ganz wesentlichen Beitrag kann die Hütte zur Förderung von Sportaktivitäten mit Naturverbundenheit leisten. Dabei sind einerseits durch den Forst oder den örtlichen Schulen geplante und durchgeführte pädagogische Wanderlernpfade denkbar, andererseits werden die Möglichkeiten zur Schaffung von außergewöhnlichen Sportangeboten (Seilrutschen, Kletterparks etc.) viel Nutzungsspielraum ergeben.

 

Für die Skiliftgesellschaft soll die Hütte insbesondere die Qualität des Angebots für die Gäste verbessern. Gerade Familien mit kleinen Kindern können sich in Parkplatznähe auf Ihren Skitag vorbereiten oder die verdiente Rast in der neuen Hütte verbringen. Durch die dann vorhandenen sanitären Anlagen (mit Wickeltisch) wird der Weg zur Toilette direkt vom Parkplatz aus möglich. Der Verkauf der Skilift-Tickets (Eintrittskarten) kann direkt am Parkplatz abgewickelt werden. Eltern müssen nicht mehr an die 300 Meter entfernte Talstation wandern, um ein Ticket für die Kinder zu kaufen, sofern Sie nicht selbst wintersportlich aktiv sind. Auch könnten weitere Serviceleistungen angeboten werden, u.a. der Verleih von Wintersportausrüstung. Somit entwickelt sich dieser Bereich zu einem zentralen Knotenpunkt für alle Beteiligten.

 

Das Projekt fördert gleichermaßen die (winter-) sportlichen Möglichkeiten in der Region und steigert die Wettbewerbsfähigkeit der Anlage sowie der Region. Die Beteiligung der Bürger vor Ort ist darüber hinaus ein wichtiges Ziel.

 

Die Qualität der Liftanlage wird durch moderne Schlepp-Gehänge und einer umfangreichen Modernisierung der gesamten Liftanlage gesteigert werden. Durch diese Maßnahme wird ein einfacherer Einstieg ermöglicht, was vor allem für Anfänger und Kinder wesentliche Verbesserungen bietet. Dem Nachwuchs wird der Einstieg in den Wintersport erleichtert und dadurch ganz wesentlich ein Beitrag zum Fortbestand der Anlage geleistet.

 

Die wintersportliche Förderung von Kindern und Jugendlichen am Ort ist in Zeiten von Bewegungsarmut und Konzentration auf wenige Breitensportarten ein weiterer, wesentlicher Baustein. Durch optimale Bedingungen zur Ausübung von Ski- und Snowboardkursen wird diese Förderung des Nachwuchses gewährleistet.

 

Die Lage der neuen Hütte bietet zudem die Möglichkeit der barrierefreien Nutzung (z.B. mit einer rollstuhlgerechten Toilette). Dadurch können gerade den nahen gelegenen Behinderteneinrichtungen auch die Teilnahme an den verschiedenen Nutzungskonzepten ermöglicht werden. Schon jetzt wird der Rodelhang mit dem Startpunkt im Bereich der Hütte stark durch die Behinderteneinrichtung genutzt.

 

Die Skiliftgesellschaft hat auf ihrer ordentlichen Gesellschafterversammlung am 08.06.2018 mit großer Mehrheit beschlossen, die Investition in die Zukunft einzugehen. Die Skiliftgesellschaft selbst trägt einen wesentlichen Teil der Finanzierung durch das vorhandene Eigenkapital bei. Zusammen mit der Förderung durch die L-BANK (LEADER) ist der Finanzierungsbedarf für das Projekt und somit das Risiko für die Gesellschaft überschaubar. In der Gesellschafterversammlung wurden auch umfangreiche Änderungen im Gesellschaftervertrag vorgenommen. So erhielt der Vertrag, der im Jahr 1970 verfasst wurde, einen zeitgemäßen neuen Anstrich. So können nun auch neue Gesellschafteranteile ausgegeben werden. Thomas Buck, erster Geschäftsführer der Gesellschaft hofft, dass durch diese Maßnahme weiteres Eigenkapitel eingespielt und neue Gesellschafter hinzugewonnen werden können.

 

Das Projekt befindet sich aktuell in der erweiterten Planungsphase und insbesondere die Baugenehmigung ist ein wesentlicher Meilenstein. Parallel werden bereits die Modernisierungspläne für die Liftanlage mit der österreichischen Konstruktionsfirma vorbereitet. „Wir hoffen, dass wir noch in diesem Jahr mit den ersten konkreten Maßnahmen beginnen können“ sagt Buck, der zusammen mit der erweiterten Geschäftsleitung schon viele Tage in das Projekt investiert hat, insbesondere bei der Beantragung der Fördergelder. Dabei wurde das Projektteam tatkräftig von den Mitarbeitern der LEADER-Aktionsgruppe sowie der Stadt Münsingen unterstützt.

 

Info: Interessierte neue Gesellschafter wenden sich bitte per Mail an uns: info@skilift-dottingen.de

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